VORSCHAU

ULF AMINDE | „DER NOTH GEHORCHEND, NICHT DEM EIGNEN TRIEB“


10. März – 20. Mai 2012
Eröffnung am 09. März 2012, 19 Uhr


Ulf Amindes künstlerische Praxis erörtert gesellschaftlich relevante Fragestellungen mittels Fotografie, Zeichnung, Videokunst und Performance. Insbesondere in seiner performativen Arbeit erzeugt er, in der Auseinandersetzung mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppierungen, Bilder, die immer wieder den Wunsch nach Gemeinschaftsbildung erzeugen. In den partizipativ angelegten Arbeiten reflektiert Aminde auch seine eigene Position als Autor, Initiator und Künstler. Somit werden in seinen „sozialen Maschinerien und Komplizenschaften“ (Ulf Aminde) notwendigerweise Fragen nach dem Verhältnis des Einzelnen in Bezug zu einer Gemeinschaft thematisiert.

Für den Heidelberger Kunstverein wird Ulf Aminde die Notation von Gemeinschaft im Kontext seines filmischen wie bildnerischen Werkes präsentieren und, durch die Einbeziehung von Akteuren vor Ort, auch in Beziehung zu Heidelberg untersuchen. Gemeinsam mit Teilnehmern aus unterschiedlichen Sparten und Lebensbereichen Heidelbergs bilden Untersuchungen zum „Reden an die Nachgeborenen“, dem „Chor der reflexiven Unterbrechung“, dem Orchester des Streiks“ und der „Prozession der kommenden Gemeinschaft“, die zentralen performativen Motive. Diese strukturieren die Ausstellung: In den Räumen des Kunstvereins werden bildnerische und filmische Arbeiten Amindes in so bisher noch nicht zusammengeführter Gemeinschaft präsentiert. Die Ausstellung wird damit gleichzeitig zur Bühne für aufeinander folgende Aktionen, ähnlich einem noch zu probenden Theaterstück.

Eine solche Präsentationsform hebt nicht nur die Eigenschaften der Arbeiten von Ulf Aminde hervor, sondern stellt diese performativ aus und damit als variabel zur Diskussion. In einer Zeit, in der selbstbestimmtes kulturelles Arbeiten nicht als selbstverständlich angesehen wird, beschreibt diese Collage unterschiedlichster Arbeitsansätze der Dringlichkeit, die Möglichkeiten und Fluchtlinien zwischen Selbstbehauptung und gesellschaftlicher Verantwortlichkeit.

Ulf Aminde wurde 1969 in Stuttgart geboren. Er lebt und arbeitet in Berlin.

 

 

 

 

 

 

 

 

unterlenker, 2008, colour print, courtesy Ulf Aminde & Galerie Tanja Wagner

Straße ist Straße und keine Konzeptkunst / the silence piece, 2007, video 21:34 min, minidv, colour, audio, courtesy Ulf Aminde & Galerie Tanja Wagner

 

 

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